Was umfasst Medienkompetenz?
Immer wieder bekommen wir Anfragen von Eltern deren Grundtenor lautet:
Wie vermittle ich meinen Kindern Medienkompetenz um in einer von medialen Reizen geprägten Umwelt selbstbewusst agieren und differenzieren zu können?
Dabei wird deutlich, dass ein Großteil der Eltern nur eine vage Vorstellung davon hat was man unter Medienkompetenz versteht.
Es werden vier Dimensionen von Medienkompetenz unterschieden:
Medienkritik:
Heranwachsende sollten lernen gesellschaftliche Prozesse angemessen analytisch zu erfassen um dieses Wissen auf sich selbst und sein Handeln anwenden zu können.
Medienkunde:
Kinder und Jugendliche sollten über über existierende Medien und Mediensysteme informiert sein.
Mediennutzung:
Die Mediennutzung schließt Medienhandeln mit ein d. h. aus rezeptiver Sicht anwendend und aus interaktiver Sicht anbietend.
Mediengestaltung:
Die Mediengestaltung kann innovativ sein im Sinne einer Weiterentwicklung des Mediensystemes . Mediengestaltung kann auch kreativ sein.
Wenn Kinder und Jugendliche in der Lage sind Medien im Sinne dieser vier Dimensionen zu reflektieren und zu nutzen müssen sich Eltern keine Gedanken machen ob ihr Kind ausreichend medienkompetent ist!
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Am 24. Mai 2008 um 11:42 Uhr
Hallo
Nur zur Vervollständigung. Die oben angeführte Definition von “Medienpädagogik” ist die von Dieter Baacke.
Baackes Begriff von “Medienpädagogik” setzt sich aus vier Dimensionen zusammen:
1. Medienkritik ( a. problematische und gesellschaftliche Vorgänge sollten analytisch erfasst werden können, b. jeder sollte fähig sein das analytische Wissen reflexiv auf sich selbst und sein Handeln anzuwenden, c. das analytische Wissen und der reflexive Rückbezug sollten auf der ethischen Dimension als sozial verantwortet definiert werden können)
2. Medienkunde ( a. Wissensbestände sollten in der Dimension informativ erfasst werden können, b. die Fähigkeit mit den Geräten umzugehen und sie zu bedienen ist die instrumentell-qualifikatorischen Dimension)
3. Mediennutzung ( a. zum einen soll die Mediennutzung rezeptiv und anwendend sein und zum anderen b. interaktiv und anbietend)
4. Mediengestaltung ( a. soll innovativ sein im Sinne von Weiterentwicklung und b. kreativ im Sinne von über die Grenzen der Routine hinausgehend)
Dabei gibt es aber auch noch andere Medienpädagogen die sich mit dem Thema Medienkompetenz auseinandergesetzt haben bzw. auseinandersetzten.
Gröben zum Beispiel meint das Konzept von Baacke sei nicht ausdifferenziert genug und erstellt sieben Dimensionen der Medienkompetenz:
1. Medienwissen/ Medialitätsbewusstsein
2. Medienspezifische Rezeptionsmuster
3. Medienbezogene Genussfähigkeit
4. Medienbezogene Kritikfähigkeit
5. Selektion/ Kombination von Mediennutzung
6. (Produktive) Partizipationsmuster
7. Anschlusskommunikation
Neu bei Gröben ist also die Genussfähigkeit, die Anschlusskommuniaktion und das Medialbewusstsein!
Schwieriges aber wichtiges Thema(Medienkompetenz), dass von einigen Medienpädagogen (Baacke, Gröben, Schorb… untersucht wird und dadurch auch so einige Modelle existieren.
Empfehlenswerte Literatur zu dem Thema:
- Baacke, Dieter (1999): Medienkompetenz als zentrales Organisationsfeld von Projekten. In: Baacke, Dieter, Kornblum, Susanne, Lauffer, Jürgen, Mikos, Lothar & Thiele, Günter, A. (Hrsg.): Handbuch Medien: Medienkompetenz. Modelle und Projekte. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung. S. 31 – 35.
- Groeben, Norbert (2002): Dimensionen der Medienkompetenz: Deskriptive und normative Aspekte. In: Groeben, Norbert & Hurrelmann, Bettina (Hrsg.): Medienkompetenz. Voraussetzungen, Dimensionen, Funktionen. Weinheim/München: Juventa Verlag. S. 160 –197.
Lg Kathili
Sehr interessant wie Groeben das Medienkompetenzkonstrukt von Baacke erweitert. Unsere Leser werden es sicherlich zu schätzen wissen.
Vielen Dank für ihre Ausführungen!
Herzliche Grüße
T.Scholz