“Wie bringe ich mein Kind zum Lesen?” Interview mit der Kinderbuchautorin Heike Schütz

Die Buchstaben-Trainerin und Kinderbuchautorin Heike Schütz hat die Grundsätze ihres erprobten Leseprogramms “Lustiges Buchstabentraining”, dass auf die Einbeziehung aller Sinne beim Lesen setzt, nun in einem praxisnahen Buch zusammengefasst. Es richtet sich an Eltern, Lehrer, Erzieher u.a., denen die Lesekompetenz unseres Nachwuchses am Herzen liegt. Das Buch ist im Papierfresserchen Verlag erschienen.

Frau Schütz war so freundlich uns einige Fragen rund um ihr eben erschienenes Buch zu beantworten. Im Voraus möchten wir uns dafür herzlich bedanken!

Wer ist die Zielgruppe Ihres neuen Buches „Lustiges Buchstabentraining”?

Das Buch ist eine Praxisanleitung und wendet sich an Eltern, Erzieher und Pädagogen.

Es enthält Bausteine für die Gestaltung von Kindergeburtstagen genauso wie Spiele für zu Hause, Übungen und Anregungen für Schulstunden als auch weiterführende Aufgaben für den Unterricht.

Wie schafft es Ihr „Buchstaben Training” alle Sinne zu motivieren?

Normalerweise findet man Buchstaben „schwarz auf weiß” auf Papier. Im Buchstaben-Training ist das anders. Hier kann man Buchstaben anfassen, schmecken, fühlen, hören und sogar riechen. Dadurch werden Brücken gebaut und über das Limbische System durch Freude Ankerplätze im Gehirn geschaffen, um das Erfahrene besser zu speichern und darauf aufzubauen.

Wodurch unterscheidet sich ihr Leselernmethode von anderen Methoden?

Jedes Kind lernt anders und in seinem ganz eigenen Lerntempo. Das Buchstaben-Training ist keine Leselernmethode im herkömmlichen Sinne sondern soll bei Kindern das „Lesen lernen müssen” in das „Lesen lernen wollen” umwandeln. Durch die Nutzung der verschiedenen Sinneskanäle sollen möglichst viele Assoziationen, also Verbindungen im Gehirn geschaffen werden, die die Aufnahme des Lernstoffes erleichtern und die dauerhafte Speicherung durch Erfolgserlebnisse untertützen.

Wie würden Sie Lesekompetenz definieren?

Im Grunde heißt das für mich: Lesen lieben. Denn was man gerne tut, das macht man gut.

Fachbezogen bedeutet es: Flüssig und sinnerfassend lesen, Inhalte aufnehmen, verstehen und anwenden können.

Kann ihr Leselernprogramm auch bei Legasthenietherapien angewendet werden?

Ja, denn das Buchstaben-Training enthält Übungen und Aufgaben zum Training der Gehirnhälften, der selektiven Wahrnehmung und der Förderung der Motorik.

Welches Ziel verfolgen Sie mit der monatlich erscheinenden „Loseblatt-Sammlung” zum Thema Leseförderung?

Die Lese-Drehscheibe möchte zum einen das Interesse bei Kindern am Lesen und Schreiben wecken, zum anderen auch Eltern den Stellenwert des Lesens aufzeigen. Mit Tipps, Anregungen, wie z.B. „Fünf auf einen Streich” und Vorstellung von Leseinitiativen haben Eltern, Pädagogen und Institutionen mit der Lese-Drehscheibe ein Forum zur Hand, das einfach und schnell bei der Leseförderung- und Ermunterung unterstützt.

Was für Möglichkeiten sehen Sie, wie man Kinder und Jugendliche, die nicht gerne lesen, außerhalb von Schule und Elternhaus für das Lesen gewinnen kann?

Die erste Aufgabe von Eltern heißt: sich selbst vom Kind beim Lesen „erwischen” lassen. Lesen sollte im Haus sichtbar gemacht werden, z. B. auch durch leichten Zugang zu Büchern.

Kinder und Jugendliche haben Interessen. Über diese Vorlieben und Hobbys kann man zum Lesen hinführen. Bei Kindern und Jugendlichen, die nicht gerne lesen, braucht man auf jeden Fall viel Geduld und Ausdauer.

Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten zur Leseermunterung. Projekte wie „Antolin”, Lesewochen, Veranstaltungen in Büchereinen sind nur ein paar Beispiele davon.

Was muss ihrer Auffassung nach Schule leisten?

Schule sollte in erster Linie eine praktische Lernwerkstatt sein, die neugierig auf Wissen macht, vor allem in den ersten Jahrgangsstufen. Ideal ist, wenn die Kinder aus der Primärmotivation heraus lernen, d.h., sachbezogen. Nicht mit dem Ziel: „ich brauche die Note zwei”, oder „damit der Lehrer zufrieden ist”, sondern „ich will das wissen und können, weil es mich interessiert”.

Welche Kinderbücher haben Ihre Kindheit besonders geprägt?

Sehr spät habe ich angefangen, selbständig zu lesen. Mir fiel das Lesenlernen sehr schwer. Ich war sozusagen eines der Kinder, für die das Buchstaben-Training konzipiert wurde.

Ab der vierten Klasse haben mich am meisten Kinderbücher über andere Kulturen interessiert. Es faszinierte mich, wie Kinder in Grönland, Kanada oder Sibirien leben.

Meine Lieblingsbücher: Grischka und sein Bär, Grischka und Ajoki

von Renè Guillot

Es sind Geschichten eines Tuschkenen-Jungen aus einem kleinen Dorf in der Tundra.

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2 Reaktionen zu ““Wie bringe ich mein Kind zum Lesen?” Interview mit der Kinderbuchautorin Heike Schütz”
  1. Maria

    Danke für das interessante Interview – ich werde mir Ihr Buch sofort bestellen.

  2. Michael Stanzer

    vergessen sie alle ratschläge der experten, die wollen doch nur damit geld verdienen

    ihr kind wird gerne lesen wenn sie es ihm vormachen und wenn sie ihr heim zu einer leseburg machen – vermeiden sie alles was boulevard ist und alles was in richtung esotherik, kitsch, beziehungsdramen und verniedlichungen geht – es ist besser ihr kind (egal mädchen oder junge) liest science fiction und karl may als “harry potter” und “grischka und sein bär”

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