Holocaustgedenktag – Gegen das Vergessen

Anlässlich des Holocaustgedenktages zitieren wir hagali eine Website über das Judentum und das jüdische Leben:

Wir machen keine Vorwürfe sondern wir machen uns Sorgen. Es ist nicht unsere Absicht nichtjüdischen Menschen ein schlechtes Gewissen zu bereiten. Wir trauern, weil uns die Ermordeten fehlen. Es geht uns nicht darum, Gedenktage oder Denkmäler einzuklagen. Wir denken jeden Tag an jene, die uns fehlen und an das was ihnen geschehen ist.

Der Grund für unser Reden ist Hoffnung. Wir hoffen auf Verantwortung und Fürsorgen, auf das Wissen um die Verletzbarkeit des Menschen und auf die Angst vor der Vernichtung der Freiheit und der Welt.
Wir hoffen, daß Sorge und Schmerz die Wiederkehr des Schreckens und des Terrors nicht zulassen werden. Wir glauben, dass es unter Menschen immer mehr Gemeinsames als Trennendes geben wird – und wir glauben, dass G’tt seine Welt nie vergessen hat und sie niemals vergessen wird.”

Passend ein Rückblick auf  das bundesrepublikanische Gedenken zum 9. November 1938:

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden Frau Dr. h. c. Charlotte Knoblauch stellte anlässlich des 9.November 2009  fest das “…in diesem Jahr das Gedenken an die Pogromnacht…” vom Mauerfall überlagert wird.

Vielmehr habe sich vor 71 Jahren, also am 9. November, “…die Öffnung der Tore Auschwitzs abgezeichnet…”.

Dieser entsetzlichen historischen Tatsache wurden Print- und elektronische Medien nicht einmal im Ansatz gerecht. Vielmehr wurde das Datum überlagert von Selbstbeweihräucherung, Folklore mit beispielsweise der Band Bon Jovi vor dem Brandenburger Tor. Medial gab es endlose Dokumentationen über damalige deutsche Befindlichkeiten in Ost und West. Was Frau Knoblauch noch moderat benennt ist schlicht ein Skandal. Gerade die öffentlich rechtlichen TV Anstalten haben die Pflicht umfassend über diesen 9. November zu berichten. Dazu gehört es nun einmal sich des Umstandes anzunehmen, dass an dem 9. November 1938 jegliche zivilisatorische und hummanistischen Übereinkünfte der Menschheit mit Füßen getreten wurden.

Die Hölle auf Erden bekam ein deutsches Gesicht.

Dieser Fakt darf niemals vergessen werden und muss ein fester Bestandteil bei der häuslichen und schulischen Erziehung sein bzw. werden!

An dieser Stelle möchten wir eindringlich  die vierteilige Dokumentation “Shoa” von Claude Lanzmann empfehlen.

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