Archiv der Kategorie ‘Gesellschaft‘

ADHS – Immer mehr Psychopharmaka für Kinder

Dienstag, den 14. Juli 2009

Der Berufsverband Deutscher Psychologen und Psychologinnen kommt zu folgender Einschätzung: “Noch immer werden sehr lebhafte Kinder mitunter allzu rasch als krank abgestempelt und mit Psychopharmaka ruhiggestellt” (Magazin/Kölner Stadtanzeiger 10.7.09). Anstelle von Psychodukation, familientherapeutischen-, verhaltenstherapeutischen Interventionen gibt es Medikamente. Das Hauptproblem hierbei ist eine mangelhafte Diagnosequalität. Kinder- und Hausärzte stufen Kinder als ADHS-krank ein und verschreiben munter Pillen und Säfte. Der Vorsitzende des BDP Henri Viquerat betont ausdrücklich bevor es zu medikamentösen Verschreibung kommt müsse unbedingt eine aufwendige differenzielle Diagnostik durchgeführt werden!

In unserer pädagogischen Arbeit bei effekt sehen wir täglich diese Auswirkungen des Verschreibungswahn. Kinder mutieren über Nachtund sind oftmals nicht wiederzuerkennen.

Im Grunde ein Skandal den die Öffentlichkeit leider nicht mitträgt! Was meinen Sie?

Ps: Sicherlich spielt hierbei die Lobby der Pharmaindustrie eine wesentliche Rolle, dass immer mehr Kinder und Jugendliche Psychopharmaka verschrieben bekommen. Horst Seehofer äußerte sich dazu wie folgt:

http://www.youtube.com/watch?v=DCy1D1HGeeA

Linktipp:  http://www.olwazt.de/allgemein/amoklauf-durch-psychopharmaka/

Politfolklore mit Verdi

Donnerstag, den 18. Juni 2009

Seit einigen Wochen streiken in Deutschland Männer und Frauen aus erzieherischen und sozialpädagogischen Arbeitsfeldern. Mit der Folge, dass Kindergärten und diverse öffentliche Institutionen immer wieder geschlossen bleiben. Grundsätzlich geht es um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine Anhebung der Bezüge. Alles nachvollziehbar und vermutlich auch legitim.

Organisiert und durchgeführt werden die Streikaktivitäten von der Gewerkschaft Verdi. Genau das ist der Punkt. Eine Gewerkschaft die außerparlamentarisch wirkt sollte wissen, dass es systemimmanete Faktoren sind die unsere bundesrepublikanische Realität gerade im Erziehungsbereich  prägen. Das heißt aktionistische Politfolklore von Verdi und beispielsweise auch Attac zementieren bestehende Strukturen!

Was nun Herr Bsirske ?

Strattera, Hertie School und Witten/Herdecke

Dienstag, den 30. Dezember 2008

Das Jahr 2008 neigt sich dem Ende zu, die Privatuniversität Witten/Herdecke ist pleite und Herr Biedenkopf von der Hertie School überlegt  ob die “…Finanzkrise Ausdruck einer allgemeinen Krise des Kapitalismus?” sei. Weiterhin überlegt er “…wie erklärt man den einfachen Bürgerinnen und Bürgern das die Regierung 500 Mrd. Euro zur Verfügung stellt?” Danke im Namen aller “einfachen Bürger” Herr Biedenkopf! Es sind ja überwiegend nur Bürgschaften.

Was gibt es noch?  Sprecherin Ingrid Weber vom Pharmakonzern Lilly beruhigt die Eltern der Kinder die Strattera einnehmen wie folgt:

“Bei Studien zu Strattera sei kein Zusammenhang festgestellt worden zwischen der Medikation und Todesfällen. …Vergleichsstudien mit der Verabreichung von Placebos hätten bei Strattera tatsächlich eine höhere Gefahr suizidaler Verhaltensweisen gezeigt. Es sei aber in keinem Fall zum Suizid gekommen.”

Es beruhigt ungemein, dass Kinder unter Einahme von Strattera nur suizidale Verhaltensweisen zeigen können. Wenn es weiter nichts ist! Eltern müssen sich also keine Sorgen machen.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Lesern unseres Blogs bedanken und wünschen Ihnen ein gesundes und glückliches Jahr 2009!


Interview mit Christian Füller – “Schlaue Kinder, schlechte Schulen”

Sonntag, den 17. August 2008

Christian Füller Bildungsjournalist, u.a. Redakteur bei der Tageszeitung (taz), beschäftigt sich in seinem Buch “Schlaue Kinder, schlechte Schulen” mit der Situation des deutschen Schulsystems. Er war so freundlich uns einige Fragen zum Buch und zur deutschen Bildungslandschaft zu beantworten.

Was ist das Hauptanliegen ihres Buches?

Ich wollte zeigen, dass in der deutschen Schule immer noch der Wurm drin ist – trotz der leichten Verbesserungen, die in der bislang letzten Pisastudie von 2006 zum Vorschein kamen. Der Politik gelingt es kaum, die Schule und das Lernen zielgerichtet zu verbessern. Gleichzeitig sieht man, dass sich von unten bereits ganz viel tut: Es gibt exzellente Schulen, die beim Lernen völlig neue Wege gehen.

Wo sehen Sie das Hauptproblem im bundesdeutschen Schulsystem?

Es produziert systematisch Bildungsarmut. Schule betreibt Auslese, anstatt jeden Schüler durchgehend zu fördern. Und wir sehen obendrein ein chaotisches System. Es herrscht so etwas wie organisierte Verantwortungslosigkeit. Ob ein Kind einen Kita- oder Schulplatz bekommt, wann ein Vertretungslehrer in der Klasse auftaucht, ob ein Kind etwas zum Mittag bekommt, das alles hängt von einer unerforschlichen Bürokratie ab. Eltern können ein Lied davon singen.

Was sollten erste bildungspolitische Schritte sein, um unser Schulsystem zu reformieren?

Wir müssen dem Prinzip Verantwortung in der Schule wieder zu Geltung verhelfen. Jedes einzelne Kind hat es verdient, in seinen Talenten optimal gefördert zu werden. Dazu brauchen wir eine andere Art des Lernens, neue Lehrer und viel viel Geld. Damit das Prinzip Verantwortung wieder wirksam werden kann, müssen die verworrenen Zuständigkeiten einfacher werden – beginnend oben mit der Konferenz der Kultusminister, die radikal entmachtet werden muss.

Wie kann man ihrer Meinung nach die unterschiedlichen Leistungsniveaus bei Schulanfängern ausgleichen?

Wir müssen diese Niveaus nicht ausgleichen, sondern einfach jedes Kind optimal voranbringen. Bislang vergrößert das Schulsystem zielgerichtet die Abstände zwischen den langsameren und den schnelleren Schülern – durch einen staatlich gewollten Ausleseprozess. Damit muss Schluss sein. Es gibt heute eine Vielzahl von Lernformen, die auf die Individualität und die Selbständigkeit des Lerners setzen. Diese Formen müssen an die Stelle der immer noch vorherrschenden Frontbeladung treten. Dazu muss man allerdings den Unterricht völlig anders organisieren, als es bisher geschieht. Das neue Lernen ist kein Selbstläufer.

Kinder werden durch Schulnoten entweder ermutigt oder gedemütigt. Sollte man Schulnoten abschaffen bzw. was sehen Sie für Alternativen?

Schulnoten sind eine eindimensionale und oft völlig verzerrte Art des Bewertens. Man sollte so lange wie möglich darauf verzichten. An die Stelle können verschiedenen Formen von verbalen Beurteilungen treten – in Entwicklungsgesprächen und auch am Ende des Schuljahres. In solchen Beurteilungen lässt sich ein Schüler viel treffender, differenzierter einschätzen als durch eine Note – und vor allem: viel positiver. Das individuelle Potenzial und die Entwicklung eines Schülers kommen in Verbalzeugnissen viel besser zur Geltung.

Was halten Sie vom Ansatz Schulleistungen von Kindern nicht nur im Vergleich zu den Mitschülern zu messen sondern auch die persönlichen Lernfortschritte des einzelnen Kindes in die Benotung einfließen zu lassen?

Das ist ganz wichtig. Wobei es nicht auf die Benotung ankommt, sondern darauf, die Chancen und Talente des einzelnen herauszuarbeiten. Die Verbesserung eines Schüler wird durch eine Note völlig unzureichend dargestellt. Kommt er von der fünf zur vier, runzelt der Betrachter die Stirn, weil die Versetzung weiter gefährdet ist. Zeigt man ohne die Note, welch´ enorme persönliche Fortschritte jemand gemacht hat, dann ist das ermutigend. Weil man etwa zeigen kann, wie der Schüler die Art verändert, an einen Gegenstand oder ein Projekt heranzugehen. Weil die Courage und die Offenheit, die jemand vielleicht erst nach und nach gewinnt, so überhaupt erst sichtbar wird.

Mein Eindruck ist es herrscht eine Art bildungspolitischer Aktionismus, der erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse weitgehend ignoriert. Können sie aus ihrer journalistischen Sicht beurteilen ob es seitens der Politik ein glaubhaftes Interesse gibt eine schulische Chancen- und Bildungsgleichheit für Kinder und Jugendliche herzustellen?

Es gibt reichlich politische Bekenntnisse, die Bildungschancen aller Kinder zu verbessern – unabhängig von ihrer Herkunft. Und ich möchte dem einzelnen Kultusminister auch nicht absprechen, dass er sich das wünscht. Allerdings gibt es bislang nur in einzelnen Bundesländern wirklich systematische Weichenstellungen, die in die richtige Richtung zeigen. Seit der ersten Pisastudie wurde unglaublich viel Zeit vergeudet – am meisten in der Lehrerbildung. In den sieben Jahren seit des ersten Pisadesasters hat sich da ein Grad an Verantwortungslosigkeit bei den Kultusministern und ihrer ständigen Konferenz gezeigt, der beschämend ist. Die jüngeren Vergangenheit hat gezeigt: Die Eltern und die einzelne Schulen müssen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Linktipp: Artikel von Christian Füller auf Spiegel online: “Scheitern und Schule sind Zwillinge”

Konzipierung von Ganztagsschulen

Mittwoch, den 21. Mai 2008

Auf dem Bildungsserverblog (Bildungsserver NRW Deutscher Bildungsserver) befindet sich eine interessante Podiumsdisskussion zum Thema Ganztagsschule. Diese fand im Rahmen der Didacta 2008 statt. An der Diskussion nahm u.a Manfred Hahl (Kultusministerium Baden-Würtemberg) und Professor Heinz-Günther Holsappels (Universität Dortmund/Institut für Schulentwicklungsfragen) teil.

Es wurde diskutiert was eine gute Ganztagsschule ausmacht und was es bei der Konzipierung zu berücksichten gilt. Sehr wissenswert für Eltern, Lehrer und Personen die sich mit Themen rund um Bildung/ Wissenschaft auseinandersetzen.

Wissenswertes zum Thema hier

hier

Nachhilfe als “Notenkosmetik”

Sonntag, den 11. Mai 2008

Eine vom Bundesbildungsministerium in Auftrag gegebene Studie kommt zum Ergebnis, dass Nachhilfe überwiegend von Mittelschichtskindern genutzt wird. Die Studie wurde vom Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FIBS) in Berlin durchgeführt. Demnach wird Nachhilfeunterricht immer häufiger zur “Notenkosmetik” benutzt. Mehr als ein Drittel der Kinder hat in den einzelnen Nachhilfefächern mindestens eine drei. Vorwiegend geht es nicht mehr darum ein “Sitzenbleiben” zu verhindern sondern die Noten zu verbessern.

Die Herausgeber der Studie warnen davor, dass diese Entwicklung eine Bildungsselektion beschleunigen kann. Kinder und Jugendliche aus eher einkommensschwachen Haushalten blieben dabei auf der Strecke!

Die schulische Bildung von Kindern und Jugendlichen ist in erster Linie Aufgabe der Schule. Trotzdem sollte man die Augen vor der Tatsache nicht verschliessen, dass immer mehr Kinder Nachhilfe benötigen. Es ist nun einmal Tatsache, dass sich schon in der Grundschule der Schule der spätere berufliche Werdegang eines Kindes entscheidet! Schon in der vierten Klasse entscheiden die Lehrer ob ein Kind Gymnasiast, Haupt- oder Realschüler wird. Was ein Hauptschulabschluss mittlerweile wert ist muss an dieser Stelle nicht erläutert werden!

Eltern die sich keinen Nachhilfeunterricht für ihre Kinder leisten können sollten bei der Finazierung von staatlichen Institutionen, wie u.a. Jugendamt, unterstützt werden. Also ähnlich wie bei Legasthenie- und Dyskalkulietherapien!

Diese Kosten werden durch die Anwendung des §35a (Kinder- und Jugendschutzgesetz) ,teilweise, übernommen. Konkret heißt es u.a. :

“Von einer seelischen Behinderung bedroht im Sinne dieses Buches sind Kinder oder Jugendliche, bei denen eine Beeinträchtigung ihrer Teilhabe am Leben in der Gesellschaft nach fachlicher Erkenntnis mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist.”

Kinder die permanente Schulprobleme haben, verknüpft mit der Angst “Sitzenbleiber” zu werden, stehen unter Dauerstress der negative psychische und physische Folgen haben kann. Als auch bei diesen Kindern und Jugendlichen ist die seelische Gesundheit in Gefahr!


Weiterhin können Eltern Nachhilfeeinrichtungen ansprechen und ihre angespannte finanzielle Situation schildern. Bei einigen Nachhilfeeinrichtungen gibt es sicherlich die Möglichkeit Konditionen zu bekommen die, dass finazielle Haushaltsbudget nicht unverhältnissmäßig belasten.

Jugendschutzgesetz gegen “Killerspiele” verabschiedet

Freitag, den 9. Mai 2008

Die Debatte über ein Verbot der “Killerspiele” begann u.a. mit der Amoktat von Robert Steinhäuser 2002 an einer Erfurter Schule. Diese Bluttat führte dazu, dass am 1. April 2003 die Regelungen zum Jugendmedienschutzgesetz in Kraft traten. Heute am 09.05.08 tritt eine modifizierte Gesetztesnovelle in Kraft. Die Kriterien wurden so verändert, dass gewalttätige Videospiele auf dem Index landen.

Aus wissenschaftlicher Sicht nähert man sich damit 1927 an. Aus dieser Zeit stammt der Stimulus – Response Ansatz. Er geht davon aus, dass zwischen dem Kommunikator und den Rezipienten eine einseitige monokausale Reiz – Reaktion Beziehung besteht. Demnach spielte Robert Steinhäuser ein “Egoshooterspiel” und, zu Mord und Todschlag bereit, schritt er zur Tat. Selbstverständlich lernte er durch “Counterstrike” auch mit Schusswaffen umzugehen und diese gezielt zum Töten einzusetzen! Seine langjährige Mitgliedschaft im Schützenverein war eine zu vernachlässigende Größe.

Was versteht man eigentlich unter Aktionismus? Wann greifen die Millionen von “Counterstrikespielern” zu den Waffen?

Jedenfalls ist seit heute die “Stammtischhoheit” gesichert. Traurig aber wahr!

Mehr Informationen zum Thema:

hier

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Theodor W. Adorno “Erziehung nach Auschwitz”

Dienstag, den 6. Mai 2008

Primo Levi ein Auschwitz- Überlebender sagte:

»Es ist geschehen, also kann es wieder geschehen. Das ist der Kern dessen, was wir zu sagen haben.”

Vor 63 Jahren wurde das “dritte Reich” von sowjetischen, amerikanischen, englischen und französischen Truppen zerschlagen.

Zwischen 1933 und 1945 wurde jegliche Art von Menschlichkeit in Deutschland negiert, es wurde gefoltert, gemordet, denunziert und marschiert! Auf die grauenvollen Taten und Folgen, getragen vom Großteil der deutschen Bevölkerung, möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen.

Was sollte aber Erziehung in Deutschland nach1945 leisten? Theodor W. Adorno forderte im Text ” Erziehung nach Auschwitz:

“Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, daß ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.”

weiter schrieb er:

“Sie zu begründen hätte etwas ungeheuerliches angesichts des Ungeheuerlichen, das sich zutrug. Das man aber die Forderung, und was sie an Fragen aufwirft, so wenig sich bewusst macht, zeigt, dass das Ungeheuerliche nicht in die Menschen eingedrungen ist, Symptom dessen, dass die Möglichkeit der Wiederholung, was den Bewusstseins- und Unbewusstseinsstand der Menschen anlangt, fortbesteht.

Eine Erziehung nach Auschwitz sollte nach Adorno schon in der frühen Kindheit beginnen. Der konzeptionellen Umsetzung nahm sich Prof. Dr. Ido Abram an.

Er entwickelte ein 3 Punkt Programm für Kinder zwischen 3 bis 10 Jahren. Im Gegensatz zum 5 Punkte Programm für Jugendliche wird darauf verzichtet Details extremer Grausamkeiten zu schildern. Dadurch wird eine Überforderung und Verstörtheit bei Kindern vermieden.

Das Drei-Punkte Programm umfasst:

- Erziehung nach Auschwitz bedeutet, Empatie ( die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen) und Wärme (eine Atmosphäre von Geborgenheit, Sicherheit und Offenheit) zu fördern.

- Erziehung nach Auschwitz bedeutet Autonomie zu fördern, das heißt, die Fähigkeit zum Nachdenken, zur Selbstbestimmung, zum Nonkonformismus.

- Erziehung nach Auschwitz bedeutet, die Empatie mit Tätern, Opfern und Zuschauern zu fördern. Keinem Kind ist eine dieser Rollen wirklich fremd!

Im Mittelpunkt des Programmes stehen Autonomie, Wärme und Empatie.

Dieses letztendlich umzusetzen obliegt Eltern, Lehrer, Pädagogen und muss oberste Prämisse aller Erziehung sein.Wenn dieses nicht kontinuierlich geschieht hat unsere Zivilgesellschaft versagt und ein Rückfall in die “Barbarei”ist jederzeit möglich!

Ein Beispiel was eine “Erziehung nach Auschwitz” auch beinhalten kann ist die Aktion der

Landestelle Brandenburg für Demokratische Jugendbeteiligung. Im Rahmen einer Gedenkstättenfahrt fahren Jugendliche (24.05.08-30.05.08) nach Auschwitz. Durchgeführt und begleitet wir die Fahrt von RAA Brandenburg und der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg.

Ps: Was von der NPD versucht wird um Kinder und Jugendliche ideologisch zu prägen erfahren sie hier

Steuergelder für private Hochschulen wie die ESMT, UWH und Hertie School of Governance!

Montag, den 14. April 2008

Erziehungswissenschaftler aus Berlin machten mich unlängst darauf aufmerksam, dass die Stadt Berlin, mit ca. 60 Millarden Euro verschuldet, private Hochschulen wie die European School of Management and Technology (ESMT) und die Hertie School of Governance (HsoG) mit Sitz im ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR subventionierte und subventioniert.

Die Stadt Berlin kaufte das Gebäude vom Bund (ca. 2002/ 20 Millionen Euro), um es der ESMT kostenlos und mietfrei zu überlassen. Seit 2003 logiert, die von der Hertie Stiftung gegründete, HsoG ebenfalls in den ehemaligen Räumlichkeiten des DDR Staatsrates.

Hingegen spart Berlin bei staatlichen Hochschulen Beträge in dreistelliger Millionenhöhe ein und baut Studienplätze ab!

Ähnliches in NRW. Das Land trägt inzwischen ein Drittel der Kosten für die in Witten/Herdecke ansässige „private” Universität(UWH)“.Wie auch in Berlin bekommt diese private Hochschulen staatliche Hochschulbaufördermittel in Millionenhöhe . Angesichts der geringen Studierendenzahlen an diesen privaten Universitäten handelt es sich um die “teuersten” Studenten der jeweiligen Bundesländer.

Beispielsweise studieren an der Berliner HsoG aktuell weit über 100 Studenten. Was für ein schöner Erfolg!
Nationalökonom A. Müller äußerte sich dazu wie folgt: “Wenn man der überwiegenden Berichterstattung über diese im Laufe der letzten zehn Jahre gegründeten Hochschulen und vor allem den hochschuleigenen Werbebroschüren Glauben schenkt, dann kann man nur noch an Hölderlin denken und den Eindruck gewinnen, dass von diesen selbst ernannten „Elite“-Hochschulen endlich „das Rettende naht“.

Faktisch bringt der Steuerzahler Millionen auf um bundesweit Privatuniversitäten zu finanzieren bzw. vor Pleiten zu bewahren. Diese Universitäten hängen am Tropf großer deutscher Wirtschaftsunternehmen, haben effizient arbeitende PR Abteilungen und kaum Studenten.

Bei diesen handelt es sich vermutlich um freidenkende und nicht korrumpierbare junge Menschen die jede demokratische Gesellschaft braucht! Tatsächlich?

Mehr zum Thema hier

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Kinderarmut und schulische Chancengleichheit in Deutschland

Freitag, den 21. März 2008

“Jede Regierung muss ihre Haushalts- und Sozialpolitik nach den Bedürfnissen von Kindern ausrichten und dabei vor allem auf das Zusammenwirken der Faktoren achten, die das wirtschaftliche Wohlergehen von Kindern bestimmen: Familie, Markt und Staat.”
So lautet eine Empfehlung von Unicef Deutschland an die deutsche Politik auf Grund der Tatsache, dass mittlerweile ca. jedes vierte Kinde in der Bundesrepublik Deutschland aus einkommensschwachen Haushalten stammt.

Die Folgen sind gravierend “…je ärmer eine Person aufwächst, umso geringer sind auch ihre Chancen auf einen guten Bildungsabschluss”, so der Soziologe Prof. Dr. Michael Hartmann von der TU Darmstadt.”

Aus dieser “traurigen” empirisch gesicherten Erkenntnis heraus sollten die Verantwortlichen der aktuellen Familien- und Bildungspolitik dafür sorgen das dreigliedrige Schulsystem zugunsten einer ganztägigen Einheitsschule abzuschaffen. Dies wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung um auch nur annähernd eine schulische Chancengleichheit zu erreichen. Das bedeutet in letzter Konsequenz sich auch der Tatsache zu stellen, dass es armutsbedingte Lern- und Verhaltensstörungen gibt!

mehr Informationen zum Thema hier